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Falsche Behauptung: Erhalt des Berner Radiostudios gefährde Regionaljournale

Die bisherigen Argumente der SRG-Führung, die Informationsleistungen des Studios Bern grösstenteils ins TV-Studio Leutschenbach zu verlegen, rufen immer mehr Skeptiker auf den Plan. Also greifen die Umzugsbefürworter nun zu einem neuen Trick: Sie behaupten, wenn das Geld nicht beim Studio Bern eingespart werden könne, dann seien die Regionaljournale gefährdet.
Dies entspricht nicht den Szenarien, welche die SRG vor der No-Billag-Abstimmung zuhanden der Politik entworfen hat (Bericht BAKOM im Auftrag der KVF-N vom 19. Juni 2017).

Szenario «1,2 Milliarden Gebühreneinnahmen» (wie heute)
«Es ist davon auszugehen, dass mit dem heutigen Gebührenanteil von 1,2 Milliarden Franken die Angebote und der Betrieb der heutigen SRG-Infra­struktur sichergestellt werden können.» Also von Spardruck auf Kosten des Hauptstadtstudios oder der Regionaljournale keine Spur. Das Schweizer Stimmvolk hat diese Gebühreneinnahmen bei der NoBillag-Abstimmung mit über 71% abgesegnet.

Szenario «1 Milliarde Gebühreneinnahmen» (minus 200 Millionen gegenüber heute)
«Die SRG müsste sich innerhalb der Sprachregionen auf weniger Standorte konzentrieren und sich aus den Regionalstandorten zurückziehen. Zudem müsste sie sich in der Westschweiz auf einen Standort konzentrieren, in Chur würde auf ein Regionalbüro umgestellt.» Erst in diesem – derzeit nicht realistischen Szenario – wären die Regionalstudios und damit die Regionaljournale gefährdet.
Und noch eine Zahl: SRG-Exponenten und Lobbyisten behaupten, man könne sich das Radiostudio in Bern nicht mehr leisten und spare durch die Verlagerung an den Stadtrand von Zürich jährlich 3 Millionen Franken ein. Wie sich dieser behauptete Betrag zusammensetzt, ist allerdings seit einem Jahr das bestgehütete Geheimnis der SRG. Der Verdacht liegt nahe, dass die zusätzlichen Kosten der Umzugsübung, Neuinstallation von Radiotechnik im Fernsehstudio, Sozialplan etc. nicht berücksichtigt sind.
600 Millionen für die Information: Gänzlich absurd wird das Argument, wenn man bedenkt, dass die SRG gemäss bundesrätlicher Konzession verpflichtet ist, mindestens die Hälfte der Gebühreneinnahmen in den Informationsjournalismus zu investieren. Die SRG erfüllt diese Mindestpflicht heute mit 588 Millionen Franken nur knapp. Auf das gesamte Budget der SRG macht das einen Anteil von 38 Prozent aus. Die SRG sollte also nicht bei den Informationsangeboten im Radio, TV und Online sparen – sondern ausbauen.

Quelle:
«Volksinitiative „Ja zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren (Abschaffung der Billag-Gebühren)“ – Budgetvarianten SRG».  Bericht des BAKOM im Auftrag der KVF-N vom 19. Juni 2017

LINK: https://www.bakom.admin.ch/dam/bakom/de/dokumente/bakom/das_bakom/rechtliche_grundlagen/Abstimmungen/initiative-zur-abschaffung-der-radio-und-fernsehempfangsgebuhren/bericht-bakom-budgetvarianten-srg.pdf.download.pdf/Bericht%20des%20BAKOM%20im%20Auftrag%20der%20KVF-N%20%E2%80%93%20Budgetvarianten%20SRG.pdf

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