Für eine vielfältige Schweizer Medienlandschaft
Pour un paysage médiatique suisse diversifié

Für eine vielfältige Schweizer Medienlandschaft
Pour un paysage médiatique suisse diversifié

Für eine vielfältige Schweizer Medienlandschaft
Pour un paysage médiatique suisse diversifié

Es geht um die regionale Abstützung der SRG und um die Medienvielfalt in der Schweiz.

Die SRG hat angekündigt, die Informationsberichterstattung von SRF in Zürich und von RTS in Lausanne zu zentralisieren. Ein Einheitsbrei droht: gleiche Themen auf allen Kanälen: TV, Radio, Online und Social Media. In einem zentralen Newsroom wird dann über die Themen verfügt, unter dem Motto «Online First.» So steht es in den Plänen der SRG.  Die heutige Binnenkonkurrenz zwischen Radio und TV wird aufgehoben. Die Zürcher Perspektive würde alle Radio- und Fernseh-Sendungen dominieren. Die Konzentration, die bereits in den privaten Medien ein besorgniserregendes Ausmass erreicht hat, wird weiter verstärkt. Die grossen drei Verlage Tamedia, Ringier und die NZZ-Gruppe mit Sitz in Zürich besitzen 70 Prozent der Publikationen in der Deutschschweiz und sogar 90 Prozent der Medienplattformen in der Westschweiz. Das Resultat ist eine Verarmung der Medienvielfalt.

Einsparungen höchst fraglich – und kein Vergleich zu gewaltigen Investitionen

Die SRG möchte mit dem Umzug des Radiostudios von Bern nach Zürich drei bis fünf Millionen Franken sparen. Wie das möglich ist, leuchtet nicht ein, wurde auch noch nicht nachvollziehbar und schlüssig erläutert. Wie ist es möglich, Millionen Franken einzusparen, indem ein funktionierendes, sehr modernes, Radiostudio praktisch stillgelegt, dieses zu einem Bürohaus umgebaut, in einem Fernsehstudio neue Radiostudios gebaut und noch ein Sozialplan finanziert wird? Dies kann kein Sparprojekt sein.

Fakt ist, dass sich die SRG das Radiostudio Bern und die TV-Aktualität in Genf finanziell weiterhin leisten kann – trotz Sparprogramm. Es ist einfach eine Frage der Prioritäten.
Die SRG baut in Zürich einen Newsroom und eine Tiefgarage (ca. 110 Millionen). In Basel hat sie neue Studios im Meret-Oppenheim-Haus eingerichtet (27 Millionen plus jährliche Miete in Millionenhöhe). In Lausanne will sie einen Campus RTS bauen (110 Millionen). Beim Grundstückverkauf in Zürich-Leutschenbach erzielte sie einen Gewinn von 63 Millionen. Der Standort Bern kostet im Immobilienunterhalt knapp 2 Millionen.

Die SRG gefährdet den medialen Service Public

Die SRG muss laut Konzession der Vielfalt der Schweiz und den Interessen der Kantone und der Sprachregionen gerecht werden. Sie soll Programme anbieten, die sich von jenen der privaten Medien unterschieden. Mit der Zentralisierung vollzieht sie aber die gleiche Entwicklung wie NZZ, Ringer, Tamedia.

Damit leidet die Unterscheidbarkeit und letztlich auch die Legitimation der SRG in der Bevölkerung. Die Politik soll und muss eingreifen, um einen langfristigen Schaden zu verhindern.

Die Zahlen zur Zentralisierung

Das Radio SRF, dessen Informationssendungen sämtliche Qualitätsrankings anführen, soll mit 170 Mitarbeitenden nach Zürich-Leutschenbach transferiert und mit TV und Online (2700 Mitarbeitende) zusammengelegt werden. 

In Bern verbleiben noch die Bundeshausredaktionen von RTS, RSI und SRF, die Radio SRF-Inlandredaktion und das Regionaljournal Bern/Freiburg/Wallis sowie Swissinfo. Das sind alles in allem 120 Mitarbeitende.

Von Genf sollen 200 Mitarbeitende nach Lausanne ziehen.

Die SRG argumentiert damit, dass sie je einen Videoredaktor in die Regionaljournale schickt (plus 5) sowie fünf TV-Redaktoren zusätzlich nach Bern in die Bundeshausredaktion schickt und eine sprachenübergreifende Redaktion in Bern gründen will (15 Mitarbeitende, Projektstand unsicher) Das macht insgesamt 25 neue Stellen aus.

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